...der letzte Teil der Reise beginnt...

...viele neue Eindrücke und Gefühle, auch Melancholie und Trauer werden mir in dieser Woche begegnen. Ich träumte, lachte, war müde und wach, fühlte den Zwang in meinem Leben und gleichzeitig die Freiheit - und ich habe viel nachgedacht. Ab und an begleitete mich auch eine Traurigkeit in den Abend wie ich Sie sonst nur aus der dunklen Jahreszeit kenne. Nun hoffe ich das Ihr mich trotzdem begleitet, die Bilder anseht und vielleicht eure Gedanken später im Gästebuch niederschreibt. In den kurzen angerissenen Texten des Tagebuches kann man die ganzen Gefühe gar nicht transportieren...und doch hoffe ich Euch etwas Kurzweil zu bieten...Also begeben wir Uns gemeinsam auf den Weg...

Tag 19* Edda`s Lieblingshaus - Cong -

Ross Errilly Friary - Poulnabrone Dolmen -

4 Touristen

 

21.04.2016 Wir starteten von Cliften aus Richtung Maam Cross und besuchten unterwegs die Lieblingstelle von Edda, ein kleines Häuschen am Straßenrand. Nebenbei fiel auch noch der kleine Wasserfall fototechnisch mit ins Zeitfenster. :) Jedenfalls ging es dann nach Cong, einem Städtchen mit nem ziemlichen Schaden. Jedenfalls wurde hier wohl mal der Film "The Quiet Man" gedreht, mit John Wayne und einer Frau (deren Namen ich mir nicht merken kann). Und so sieht es auch hier aus, jedenfalls dreht sich alle um diesen einen Film. Alle Giftshops bestehen aus Tassen, T-Shirts und Fotos (Karten) mit diesem einen alles bestimmenden Thema.
Nervig, also geht es erstmal Richtung Abbey. Hier sind wir einen ausgiebigen Waldweg gegangen um Cong herum, sehr schön, sehr wild. Fast urwaldähnlich. Die Abbey selbst ist teils interessant, teils nicht. Die Säulen sind echt schön gearbeitet, keine gleicht einer anderen. Das Drumherum ist daher weniger interessant, einzig die Mauern stehen noch. Da der Tag sich auch schon wieder dem Ende näherte sind wir dann auch Richtung Standplatz Poulnabrone Dolmen gefahren.
Hier fiel mir während der Fahrt einige hundert Meter entfernt von der Straße eine Ruine auf. Diese haben wir dann auch erfolgreich gesucht und gefunden. Man sollte wissen das Etwas sehen und auch dorthin gelangen in Irland 2 verschiedene Schuhe sind.
Und das ist nicht unserem ausgeprägten Sinn fürs Verfahren geschuldet.
Diese Abbey mit einer von Vertreibung gezeichneten Geschichte (je länger ich mich mit der irischen und schottischen Geschichte beschäftige - umso weniger mag ich das britische Königshaus - ich möchte nicht den heutigen Engländern eine Allgemeinschuld unterstellen, der Politik schon) war nicht nur imposant, sondern auch faszinierend im Aufbau. Sie mutete mit ihrem gezackten Turm auch eher wie ein Fantasieschloss an, denn wie ein ehemaliges Kloster (Zur Geschichte folgt diesem Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Ross_Errilly ).
Nachdem wir uns hier einige Zeit ausgetobt hatten (ziemlich angetan und schon fast ehrfürchtig) ging es dann zum Dolmen auf den Standplatz. Eigentlich hatte ich gehofft freien Himmel zu haben um Nachts fotografieren zu können, dieser Wunsch blieb mir leider verwehrt. Andererseits hätten wir aber auch nicht diesen tollen Sonnenuntergang gehabt. Also zum Schluß etwas Negatives mit positiven Nebeneffekt. Und damit schließe ich für heute...gute Nacht...

 

Tag 20* Flucht vor Reisebussen - geschlossene Steinforts - Lemaneagh Castle - Killinaboy -

An Chabhail Mhor - Dysert O`Dea mit Golden Retriever - Gräber die traurig stimmen - Lisdonvarna/Smokehouse Lachs - Abendessen   

 

22.04.2016 Aufstehen...morgendlicher Alltag (mit veränderlichen leckeren Speisen)...dann als wir gerade soweit fertig waren kam eine ganze Horde Reisebusse angefahren. Flucht nennt man umgangssprachlich das Wort, beschreibt aber keinesfalls unsere Hektik. Jedenfalls haben wir es lebend herausgeschafft.  Kurzerhand entschlossen wir uns ein Steinfort in der Nähe zu besuchen, dieses hatte jedoch erstmal geschlossen und öffnete erst um 10:30. warten kam für uns nicht in Frage. Ist man schon einmal so gewitzt und findet auf Anhieb ein Ziel - ist es zu. Typisch...
Also wieder auf die Straße nach Dysert O`Dea, als Eddie auf die Idee kam am Lemaneagh Castle vorbeizufahren. Dies hat mich beim ersten Mal schon stark beeindruckt und inspiriert, da auch Simon Marsden schon die Geschichte fotografisch umgesetzt hat. (It was told that Maureen Rhue was taken by her enemies, after killing the last of her 25 husbands, and was fastened up in a hollow tree, of which the site and, I think, the alleged roots were still shown. Her red-haired ghost was reputed to haunt the long front avenue, near the 'Druids' altar' when I was a child.)
Nach diesem Fotostop kamen wir bald an den nächsten, Killinaboy und die kleine Kirche. Hier haben mich einige Gräber nachdenklich gestimmt, zumindest was hier an Erinnerungen hinterlassen wurde. Teils schon seit Jahren oder Jahrzehnten werden hier eben diese "Memories" gepflegt, hier sind die Toten nicht wirklich tot, sie sind in den Erinnerungen der Menschen lebendig. Aber es sollte heute noch einen weiteren Punkt geben an dem ich mich schwermütig zurücklehnte.
Vom selben Standort aus sind wir dann noch einmal losgelaufen und haben ein altes, nicht megalythisches Steinfort/Bauwerk begutachtet. Es sah jedenfalls sehr interessant aus. Informationen waren trotz des Namens "An Chabhail Mhor" nicht herauszufinden.
Nun aber kamen wir zu Dysert o`Dea. Und dem Goldie dessen Namen ich nun nicht kenne. Zuerst ging es zur Burg selbst. Ritter Sport - quadratisch praktisch gut & geschlossen. Was sonst. Also habe ich mich mit dem dortigen Golden Retriever angefeundet und geknuddelt. Dieser war schon sehr alt und doch richtig toll gepflegt. Ich kraulte ihn einige Minuten während er in der Sonne sitzend - die Augen geschlossen hatte. Wir setzten unseren Weg fort zu der kleinen Kirche und dem Fiedhof, davor stand noch auf der Weide das berühmte Hochkreuz.
Als ich ganz am Anfang zu der Kirche hinunterschaute war ich etwas verdutzt, etwas hellblaues schien hinter den Bäumen hin&herzuspringen. Ratlos was dies sein könnte lüftete sich das Rätsel als wir auf dem Friedhof ankamen. Ein Kindergrab dessen Daten darauf schließen ließen das hier ein Baby lag. Mit 3 blauen Luftballons und der Zahl 4. Geboren am 21.04.2012, gestorben am 24.12.2012. Einen Tag zuvor hatte "Taedh" Geburtstag, gestorben ist er am Weihnachtsabend. Eddie  und ich haben uns erst einmal hingesetzt und lange nachgedacht. Keiner fand so schnell die Worte wieder. Die frischen Blumen ließen darauf schließen das hier gestern erst der Geburts/Todestag des Kleinen betrauert wurde. Als wir aufstanden hat Eddie eine Spielzeugpuppe wieder aufgestellt welche wohl durch den Wind oder Unachtsamkeit umgeworfen wurde. Die Gedanken an unsere Vergänglichkeit, das Leid in dieser Welt welches auch direkt vor unseren Türen stattfindet lassen mich bis jetzt nicht los. Auch dies hat eine Zeit, Zeit der Trauer, der Gedanken und der Schweigsamkeit.
Nichtsdestotrotz finde ich die Art in Irland mit Trauer umzugehen sehr "schön". Ich finde sie entsprechend. Ein Mensch ist solange nicht tot bis nicht der letzte Gedanke, das letzte Wort an ihn verloschen ist.
Der Besuch im "Smokehouse" und dem dazugehörigen Einkauf haben wir hinter uns gebracht (geräucherter Lachs für den eben Lisdonvarna bekannt ist) und sind dann nach Doolin auf unseren Stellplatz gefahren. Der wunderschöne Sonnenuntergang konnte aber die Gedanken nicht wirklich vertreiben, eher hat er noch melancholischer gemacht. Nun gehts gleich ins Bett, gute Nacht...          

 

Tag 21* Kilmacdonagh - Clonmacnoise

23.04.2016

Tag 22* Clonmacnoise Part2 - Wicklow Mountains - Rathdrum - Pub mit Live-Musik

24.04.2016

Tag 23* Glendalough - Lower Lake - Upper Lake - Poulanass Waterfall - Glenmacnass Waterfall

25.04.2016

Tag 24* Glendalough Part 2* - Powerscourt Waterfall - Standplatz Rush

26.04.2016

Tag 25* Mellifont Abbey - Slane Hill - Friary & Castle - Loughcrew Megalithic Centre

27.04.2016

Tag 26* Packen - aussortieren - Verabschiedung von Irland

28.04.2016

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