Reisetagbuch Teil 3 - Irland Part 1

...und mit diesen Worten begrüße ich Euch zum zweiten Teil meiner Reise...

13 Tag* Mull of Galloway - Festplatte - Fähre -  Dark Hedges - Carrickarade Island

15.04.2016 - Guten  Morgen Folks :)
Also heute geht es dann nach Irland! Entsprechend früh sind wir aufgestanden und haben uns fertiggemacht. auch vom Leuchtturm haben wir noch ein paar Fotos gemacht, das Licht war am Morgen zu perfekt. Als wir vom Mull of Galloway losfuhren war mir schon Eines klar, ich brauchte alsbald eine Speichermöglichkeit. Da ich sehr viele Belichtungsreihen gemacht habe waren die 130GB freier Speicherplatz auf dem Surface schon auf 15GB zusammengeschrumpft. Und da ich ja nicht genug Festplatten daheim habe musste ich also für Nachschub sorgen. Schon der dritte Computerladen in Stanrea hatte dann auch eine vorrätig, ein Hoch auf "Argos"! Irgendwie leben die Schotten in einer anderen Zeit, in den ersten beiden hätte ich vorbestellen können was mir ja aber leider nichts genutzt hätte. Hier geht Alles eben einen gemächlicheren Gang.
Trotz des Umweges über die "Computermeile" in Stanrea waren wir sehr früh an der Fähre, um nicht zu sagen für eine halbe Stunde lang die ersten. Dies nutzten wir für einen großen Kaffee und die Suppe des Tages mit Schnittchen von Schneewittchen. Die Überfahrt war ohne große Vorkommnisse, hier ne halbe Stunde Schlaf, dann wieder quasseln - ankommen.
Der "erste Eindruck" hatte auch schon bei meinen beiden Reisen nach Irland nicht getäuscht, die Insel und die Farben sind anders. Ganz anders.
Als wir Richtung Norden die "Coast-Line" entlangfuhren war der Eindruck überwältigend. Die Wellen, die Farben und das Spiel des Lichts über den Bergen, der Küste, den kleinen Häusern, alles hatte Magie in sich.
Dann sind wir noch zu den "Dark Hedges" gefahren, der berühmten Baumallee welche in der jetzigen Jahreszeit und nach den heftigen Stürmen von Januar etwas kahl aussah. Aber immer noch sehr interessant, zumal ich Bäume extrem mag!
Anschließend ging es auf unseren Stellplatz hoch oben auf einem Cliff gegenüber "Carrickarade Island".
Da ging es nochmal mit Shannon auf die Wiese und dann ins Bett, morgen ist noch ein weiterer Tag...

 

Mull of Galloway
The Dark Hedges mal bunt :)
The Dark Hedges
Eddie im Abendlicht
Standplatz oberhalb der Carrickarade Bridge/Island
The Sky is the Limit...


Immer wieder, ob wir der Liebe Landschaft auch kennen
und den kleinen Kirchhof mit seinen klagenden Namen
und die furchtbar verschweigende Schlucht, in welcher die anderen
enden: immer wieder gehn wir zu zweien hinaus
unter die alten Bäume, lagern uns immer wieder
zwischen die Blumen, gegenüber dem Himmel.

 

R.M.Rilke*

Tag 14* Dunluce Castle - Strandhill

16.04.2016 Dunluce Castle...unser heutiges Ziel lag schon ziemlich nah am Übernachtungsort, so hatten wir Glück ein Wetterbeispiel Irlands zu erleben wie man es in dramatischen Erzählungen nicht besser beschreiben könnte. Als wir ankamen leicht bewölkt aber sonnig, als wir losgingen stürmisch und unterwegs wurde daraus Regen. Wie ihr auf den Fotos sehen könnt war keine 10 Minuten später wieder die Sonne inkl. Regenbogen da...die Regenfront selbst war extrem fotogen, Eddie hat eine Menge Fotos gemacht - aus einem anderen Blickwinkel als ich, und diese ergänzen perfekt die meinigen. Mal sehen ob er sie rausrückt. :)
Nachdem wir später Nordirland verließen war auch das EE-Netz weg,
also mussten wir notgedrungen auf der Fahrt einen neue Payback-Karte besorgen. Die Wahl fiel diesmal auf das altbekannte Vodafone, 3GB für 20€ und unbegrenzt SMS / Anrufe für einen Monat, das nenn ich mal ein unschlagbares Angebot. Jetzt hoffe ich nur das es auch entsprechend funktioniert, die Geschwindigkeit ist jedenfalls deutlich schneller als in "good old Germany" und der Netzausbau zu 90% abgedeckt. Tolle Werte, wir werden sehen.
Unser Stellplatz ist diesmal nicht abgelegen, sondern der "Strandhill Caravan and Camping Park" direkt am Meer.
Die Aussicht und die Luft sind Wahnsinn, ich hab gleich mal eine halbe Stunde in den Dünen gelegen und einfach nur genossen. Leider hat uns ein Wolkenband dann den Sonnenuntergang verdorben, aber nach solch einem Tag will man mal nicht meckern. so wünsche ich Euch eine gute Nacht, meine innere Uhr ist eh nicht funktionsfähig.     

Somewhere over the rainbow :)
Dunluce Castle mit Regenfront
Dunluce Castle
Dunlce Castle in der Sonne
Farben am Cliff
The Raven (nicht der von Poe :) )

Tag 15*  Carrowkeel - Burger - Killara - Downpatricks Head - Black Holes

17.04.2016 Was für ein schläfriger Morgen, wir sind recht spät aufgestanden und haben ein kleines Frühstück gemacht, das "Karlchen" betankt und entleert (Müll & Abwasser). Solche Stops an Campingplätzen werden immer zu diesen Dingen genutzt, woanders im freien Feld hat man da ja keine Möglichkeiten.
Jedenfalls ging es danach auf die Reise mit Ziel "Downpatricks Head" an der Atlantikküste. Unterwegs besuchten wir "Carrowkeel", ein Gebiet zwischen Knocknarea und den Ballygawley Mountains mit sehr vielen megalythischen Stätten.
"Listoghil" ist eine sehr imposante davon, dieses und ein paar weitere zeige ich Euch. Hier war ich 2010 schon einmal, damals hat es ich ebenso fasziniert wie heute.
In Killala haben wir noch einen Stop gemacht und im "Mac Superstar" unsere Batterien mit einem frischen Burger, und Eddie mit Fish & Chips aufgeladen.
Danach ging es wie schon erwähnt zum Downpatricks-Head, direkt an der Atlantikküste wird dies heute unser Stellplatz. Vorher haben wir noch eine ausgedehnte Erkundungstour gemacht um auch noch das letzte "Black-Hole" zu finden, Unterspülungen und Höhlen direkt unter dem gesamten Gebiet, wer aufgrund der Fotos auch hier mehr erfahren möchte lege ich Google an Herz, besser kann ichs nicht erlären. Außer mit Fotos vielleicht.
Nun wünsche ich Euch eine gute Nacht, schlaft dann gut und träumt schön...    

Carrowmore Megalythic Tomb
Carrowmore Stonecircle
Listhogil (Dolmengrab)
Carrowmore
Carrowmore (im Hintergrund Knocknarea <-Berg)
Killala
Downpatrick Head
Downpatrick Head
Downpatrick Head
Downpatrick Head
Downpatrick Head
Downpatrick Head

Tag 16* Carrowmore - Killala - Downpatrick Head

18.04.2016 Ein Morgen wie er irischer wohl nicht sein könnte. Das Wetter nieselich, wolkenverhangen und am Strand tobten sich die Wellen aus. Nachdem ich also aufgestanden bin habe ich zuallererst meinen Weg zu den Klippen genommen und wollte eigentlich nach einer halben Stunde spätestens wieder da sein, Eddie hat ja inzwischen Frühstück gemacht. Ungeachtet dessen das die Zeit wohl hier unten schneller vergeht war ich erst nach einer Stunde wieder da. Ich konnte also allein frühstücken da Eddie nicht warten konnte. Eigentlich gab es ja "warm" mit Speck, Ei und einer frischen irischen "Rindsboulette".
Nun, nachdem wir später losfuhren ging es zur Belmullet-Halbinsel.
Hier haben wir uns einen wunderbaren Leuchtturm angeschaut. Den Steinkreis und das Megalith-Tomb haben wir aber nicht mehr gefunden, obwohl es groß in der Karte stand. Selbst Ortskundige konnten uns nicht wirklich weiterhelfen, gaben einen ungefähren Standort des Kreises zu Besten und damit sind wir dann verzweifelt. Jedenfalls hatten wir keine Lust uns die ganze Zeit mit der Suche aufzuhalten. Also ging es weiter nach Achill-Island. Hier angekommen haben wir uns erst den Standplatz gesucht, dann den Strand ausgiebig genutzt. Das Wasser ist sehr sehr kalt, soviel kann ich Euch verraten, länger als 3 Minuten schafft man nicht ohne Schutzanzug. Und mehr als meinen Winterspeck hatte ich grad nicht bei mir ;). Alles in allem ein sehr sehr ruhiger Tag mit ausgiebigen Strandauslauf. Zu erwähnen ist die geniale Mischung von Meerwasser und den Torffeuern der umliegenden Häuser. Hier hat die Sehnsucht und Melancholie definitiv einen Hafen. Jedenfalls hatte ich Gänsehaut als ich hier am Strand stand und die Wellen beobachtete.
Und jetzt? Wünsch ich Euch eine gute Nacht, leider ist die Qualität des hiesigen WIFI ziemlich bescheiden, selbst die kleinsten Bilder kann ich nicht hochladen. das ist nervig, vor allem wenn man extra dafür bezahlt und hofft endlich die Bilder hochladen zu können. Nun dann wohl morgen oder später wenn weniger drin sind, mal sehn wie tief mein Schlaf heute ist....     

Frühmorgens am Downpatrick Head
Frühmorgens am Downpatrick Head *2
Unterwegs...
Zeitzeugen...mehr dazu in meinem Abschlussbericht
Belmutt Lighthouse
Belmutt Lighthouse
Belmutt Lighthouse
Strand Achill Island in der Bucht Trawmore (Standplatz)
Spuren im Sand
Strandcandy

Tag 17* Achill Island - Deserted Village - Weltenbummler -  Heritage Center - Minaun

19.04.2016 Moin Moin, heute geht es auf Erkundungstour in "Achill Island". Als erstes haben wir dem Deserted Village einen Besuch abgestattet. Und was für ein Ort. Ca 80 Häuser standen hier einst, die Ursprünge wurden archäologisch bis in das 12.Jahrhundert datiert. Es macht richtig Spaß hier in der Geschichte zu wandeln, sich vorzustellen wie hier einst gelebt wurde, Einzelheiten in der Bauweise etc treten hervor und geben Anlass zu spekulativen Träumen wie und wozu diese genutzt wurden. Ein paar Bilder könnt ihr sehen, auch mit diesen Einzelheiten. Um die Übersicht zu behalten habe ich hier eine Bildergalerie gemacht.( Wer mehr wissen mag: http://www.visitachill.com/de/desertedvillage.html )
Den Weltenbummler den ihr auf dem ersten Bild seht habe ich hier getroffen und gefragt ob ich Ihn fotografieren darf (und veröffentlichen) Weiter ging es danach in das Heritage-Center von Achill, einem verschlafenen Häuschen inmitten der Insel. Hier war zuerst geschlossen bis ich von der anderen Seite der Straße jemanden rufen hörte. Wie sich herausstellte war dies niemand Geringerer als der Eigner selbst. Dieser erklärte mir freundlich das eben jenes Center nur am Wochenende geöffnet hat, er mir aber gern öffnet und ich mich umsehen kann. So kamen wir ins Gespräch über Gott und die Welt, Achill in den schweren Zeiten der Armut, Schriftsteller und Heinrich Böll. Dessen Werk, das Irische Tagebuch, wurde ja eben hier auf Achill verfasst. Er erzählte mir auch von John F. Deane, einem mittlerweile weltbekannten Schriftsteller und Poeten der auf Achill lebt und schreibt. Jetzt habe ich 2 Bücher mehr für das Bücherregal, "Give Dust a Tongue" & "The Works of Love". Das erste Einlesen hat mich schon verzückt, jetzt freu ich mich auf die Abende in denen ich etwas zum lesen (und übersetzen) komme. Allerdings muss ich gestehen das ich die Bücher erst auf dem Rückweg von unserer Tagesfahrt geholt habe, zuerst habe ich etwas mit mir gehadert, habe dann aber doch eine gewisse Notwendigkeit gesehen auch meinem Bücherregal etwas von dieser Reise mitzubringen...etwas nicht Alltägliches und handsigniertes was gleichzeitig noch voll meinen Geschmack trifft.
Außerdem gab er mir ein Karte und einen Tip, nämlich den Berg "Minaun" hochzufahren. Was wir natürlich auch taten, nicht ohne uns vorher zu verfahren. Und was soll ich sagen, wenn Ihr etwas Außergewöhnliches sehen wollt - fragt Ortskundige.
Jedenfalls hat der Ausblick über ganz Achill unsere Erwartungen mehr als übertroffen. Nicht nur das wir geniales Wetter hatten, die Aussicht war wahnsinnig weit, wir schätzten 150-200km. Auch die Möglichkeit jeden Winkel der Insel von hier aus zu sehen, mit der Sonne im Rücken so pastellfarben wie es nur irgend geht: Gänsehaut!
Fertig und glücklich traten wir die Rückfahrt an, mittlerweile war es schon recht spät, und wir beschlossen auch den nächsten Tag auf Achill zu verbringen. Hier haben wir schon für morgen einen Plan, mal sehen ob er wie heute sehr dehnbar ist :).
Jetzt, nach einem wunderbaren Strandspaziergang schreibe ich noch das Tagebuch und lade eventuell die Bilder hoch, zu sehr zieht es mich dahin die Bücher zu durchforsten...Gute Nacht Welt...                  

Weltenbummler

<<Deserted Village>>

<<Bergwanderung "Minaun">>

...steht da...
Cottage in dem Heinrich Böll lebte und schrieb
Sanddorn in Irland?
...der Weltenbummler haben wir auf dem Caravan-Park wiedergesehen!
  • By The Shore
        (Rusheen: Achill Island)

        You may step off the old stone pier
        onto the world at the ocean’s edge, over boulders,

        lichened rocks, erratics; the sea idling, long
        arms of kelp sashaying in the swell;

        becoming part of something, between-wheres
        between-times, the distant islands shrouded,

        the inland meadows dulled. In the soft
        off-the-Atlantic and persistent mists, stand

        absorbed, anticipating spirit-shapes
        and their whisperings as they pass, incautiously, by;

        a herring-gull lies rank on stones where sea-spray
        is cleansing on eye-socket, on feather-root.

        Up on the mountain road the toiling
        engine of a truck is an intrusion

        yet a strong lien holds you to the invisible
        and almost-visible, while you are relishing

        the all-embracing ovoid bone-structuring
        of the earth. Too soon this solitary existence

        will have become so exquisite you will call
        out urgently for companionship.                                                                                         John F.Deane*             

 

Tag 18* Achill Head - Grace O`Malleys Castle - Standplatz wieder Clifden

 

20.04.2016 - Heute haben wir uns etwas Großes vorgenommen, im wahrsten Sinne des Wortes. Wir besteigen auf Achill Island den Achill Head. Toll oder? Fanden wir auch, bis wir angekommen sind :) Kein Weg, nur direkt geradeaus den Berg hinauf, Steigung 20%-30%. Wohl an die 650m Höhenunterschied.  Gibt nicht viel dazu zu sagen, es war anstrengend aber wir umso glücklicher unser Ziel erreicht zu haben. Die Aussicht war nicht so atemberaubend wie vom "Minaun" aus, aber trotzdem klasse. Alleine schon weil wir diese uns erkämpft haben. Man merkt es eben doch wenn man den Sport für den PC vernachlässigt. Nicht nur wegen dem Extragewicht in der Bauchgegend. Nach einem zügigen Abstieg (nein es ist keiner den Berg runtergerollt) haben wir dann erstmal Mittag gemacht und die Wunden, in diesem Falle den Sonnenbrand auf der Platte, versorgt.
Ziemlich fertig haben wir dann noch einen Wohntower der Grace O`Malley (Gráinne Ní Mháille) besucht, einer berühmten Piratenkönigin aus dem 16.Jahrhundert. Um ihr Leben und ihre Taten als militärische Gegenspielerin der englischen Politik gegenüber Irland im Zeitalter der englischen Königin Elisabeth I. ranken sich viele Legenden und Erzählungen.
Da nun schon recht viel Zeit ins Land gegangen war entschlossen wir uns den Standplatz in Clifden wieder einzunehmen und noch ein wenig den Strand zu genießen. Damit endet auch der Tag. Und ich fiel recht schnell in einen tiefen Schlaf...

 

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